Kopfschmerzen – bis hin zu Migräneattacken – sind längst kein Problem der Erwachsenenwelt mehr. Auch Kinder und Jugendliche sind immer häufiger betroffen. Und das in einem Ausmaß, das mittlerweile auch die Fachwelt alarmiert.
Laut aktuellen Erhebungen leiden über zwei Drittel der Schüler regelmäßig unter Kopfschmerzen. Viele verpassen deshalb mehrfach im Monat den Unterricht. Selbst im Vorschulalter treten Kopfschmerzen inzwischen deutlich häufiger auf – und bis zum zwölften Lebensjahr haben fast alle Kinder bereits Erfahrungen damit gemacht. Auch Migräne ist keine Seltenheit mehr.
Die Ursachen sind vielfältig: Stress, Bildschirmzeit, Bewegungsmangel, Schlafprobleme. Was aber kaum jemand auf dem Schirm hat: Auch nicht integrierte frühkindliche Reflexe können eine Rolle spielen – und das Nervensystem dauerhaft unter Spannung halten. Sie setzen damit eine Ursache, die bislang (noch) kaum Beachtung findet – und bei allen Versuchen, die Kopfschmerzen zu lindern, oft gar nicht mitgedacht wird.
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Wenn frühkindliche Reflexe zum Risiko für Kopfschmerzen werden
Reflexe wie der Moro-Reflex, der ATNR oder der TLR gehören zur ganz normalen frühkindlichen Entwicklung. Sie unterstützen Babys in den ersten Lebensmonaten dabei, sich in der Welt zu orientieren, Reize zu verarbeiten und ihren Körper zu organisieren.
Eigentlich ziehen sich diese Reflexe im Lauf des ersten Lebensjahres nach und nach zurück. Doch das klappt nicht immer vollständig. Und wenn sie aktiv bleiben, wirken sie weiter – unbewusst, dauerhaft, im Hintergrund.
Man kann sich das vorstellen wie ein offenes Programm am Computer, das ständig im Hintergrund läuft und Energie zieht – auch wenn man es gerade gar nicht benutzt. So belasten diese aktiven Reflexe das Nervensystem – und halten es in einem Zustand ständiger Anspannung.
Die Folge: Muskelverspannungen, Haltungsmuster, erhöhte Reizempfindlichkeit, chronischer Stress. Und bei vielen Kindern: wiederkehrende oder sogar dauerhafte Kopfschmerzen.
Diese Reflexe können bei Kopfschmerzen eine Rolle spielen
Nicht jeder frühkindliche Reflex hat Auswirkungen auf die Kopforganisation – aber es gibt bestimmte Reflexe, bei denen die Zusammenhänge besonders auffällig sind:
Moro-Reflex
Der Moro ist der klassische Alarmreflex – zuständig für die erste Stressreaktion bei plötzlichen Reizen. Wenn er nicht vollständig integriert ist, bleibt das Nervensystem im „Dauer-Alarmzustand“. Schon alltägliche Reize wie Licht, Lärm oder soziale Situationen können als Bedrohung empfunden werden. Das führt zu innerer Anspannung, Schlafproblemen – und häufig auch zu Spannungskopfschmerzen.
TLR rückwärts (Tonischer Labyrinth-Reflex)
Der rückwärtsaktive TLR begünstigt eine überstreckte Haltung, besonders im Nacken- und Lendenwirbelbereich. Viele betroffene Kinder zeigen ein Hohlkreuz oder kippen beim Sitzen stark ins Hohlkreuz – mit dauerhafter Muskelanspannung im oberen Rücken. Und genau dort entstehen oft die klassischen Spannungskopfschmerzen.
ATNR (Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex)
Ein nicht integrierter ATNR sorgt für asymmetrische Bewegungsmuster – z. B. beim Sitzen, Schreiben oder Schlafen.
Dadurch entsteht oft eine einseitige Belastung von Nacken, Schulter und Kiefer. Über Wochen oder Monate hinweg kann das zu chronischer Verspannung führen – mit Kopfschmerzen als Folge.
Landau-Reflex
Der Landau hat viel mit Körperspannung und Haltefähigkeit zu tun. Wenn er aktiv bleibt, fehlt es oft an Rumpfstabilität.
Die Folge: kompensatorische Muskelarbeit – besonders im Schulter- und Nackenbereich. Auch das kann Kopfschmerzen begünstigen, vor allem bei längeren Belastungsphasen (z. B. einem Schultag am Tisch).
Furcht-Lähmungs-Reflex (FLR)
Dieser Reflex hemmt die natürliche Stressverarbeitung und lässt Betroffene „erstarren“, statt zu reagieren. Kinder mit aktivem FLR wirken äußerlich ruhig – innerlich stehen sie jedoch unter Daueranspannung. Das Nervensystem bleibt in ständiger Alarmbereitschaft, die Regulation gelingt kaum – ein Zustand, der Migräneähnliche Beschwerden verstärken kann.
Was das Nervensystem außerdem braucht
Ein überreiztes Nervensystem braucht nicht nur strukturelle Entlastung – sondern auch Bausteine, die es von innen heraus stärken.
Wenn bestimmte Mikronährstoffe fehlen oder zu niedrig dosiert sind, kann das die Regulationsfähigkeit zusätzlich schwächen. Gerade bei Kindern mit häufiger Reizüberflutung, Schlafproblemen oder chronischen Kopfschmerzen lohnt sich ein Blick auf die Versorgung mit:
- Omega-3-Fettsäuren (v.a. DHA und EPA) – unterstützen die Reizverarbeitung und wirken entzündungshemmend
- Vitamin B6 und B12 – fördern die Nervenfunktion und die Bildung wichtiger Botenstoffe
- Magnesium und Zink – stabilisieren das Nervensystem und unterstützen die Reizweiterleitung
Ein Mangel fällt oft nicht sofort auf, wirkt sich aber subtil auf Konzentration, Stimmung, Schlaf und Stressverarbeitung aus – und kann Beschwerden wie Kopfschmerzen begünstigen oder verstärken.

Kopfschmerzen dauerhaft überwinden – (m)eine Anleitung
Vermutlich hast du schon einiges ausprobiert: ärztlich abgeklärt, Physiotherapie gemacht, vielleicht auch Ernährung, Haltung oder Schlafrhythmus unter die Lupe genommen.
Glaub mir: Als ehemalige Schmerzpatientin weiß ich, wie zermürbend das sein kann. Wie frustrierend es ist, wenn man alles richtig macht – und es trotzdem nicht besser wird.
Und ich kann dir sagen: Der Weg da raus ist zum Greifen nah. Lass uns gemeinsam die Ärmel hochkrempeln – und Schritt für Schritt an den Punkten ansetzen, die wirklich eine Veränderung bringen.
Starte mit dem ReflexCheck
Damit bekommst du schnell ein erstes Gefühl dafür, ob restaktive frühkindliche Reflexe bei deinem Kind eine Rolle spielen könnten – ganz ohne Termin, einfach von zuhause aus.
👉 Mache den Test: der ReflexCheck verschafft dir einen ersten Überblick, ob restaktive frühkindliche Reflexe den Alltag deines Kindes erschweren.
✨ Und wenn sich zeigt: Da ist was aktiv – dann geht’s weiter mit gezielter AAIM Reflexintegration.
Im AAIM Reflexintegrationstraining arbeiten wir daran, genau diese Restaktivitäten sanft zu lösen. Mit Bewegungen, die das Nervensystem neu sortieren. Mit Wiederholungen, die dem Körper das geben, was in der frühen Entwicklung gefehlt hat.
Viele Eltern berichten schon nach wenigen Wochen von spürbaren Veränderungen:
- weniger Reizempfindlichkeit
- eine verbesserte Körperhaltung
- weniger Verspannungen
- ruhigere Nächte
- und: deutlich weniger Kopfschmerzen.
Und das gilt nicht nur für Kinder. Auch bei Erwachsenen, die seit Jahren mit Kopfschmerzen leben, können restaktive Reflexe eine entscheidende Rolle spielen – und mit der richtigen Begleitung Schritt für Schritt integriert werden.
Lass deine Mikronährstoffversorgung gezielt prüfen
Gerade bei Kopfschmerzen spielt die Versorgung mit bestimmten Mikronährstoffen eine zentrale Rolle – insbesondere mit Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Zink sowie den Vitaminen B6 und B12. Diese Nährstoffe unterstützen das Nervensystem dabei, Reize besser zu verarbeiten, Stress zu regulieren und muskuläre Verspannungen zu lösen.
In der Awesome Academy arbeiten wir mit einer Methode, die eine gezielte Einschätzung des Mikronährstoffstatus ermöglicht – ganz ohne Blutabnahme. So lässt sich sanft und individuell feststellen, ob ein Mangel besteht und wie dieser gezielt ausgeglichen werden kann – abgestimmt auf den Alltag und die Bedürfnisse deines Kindes.
Halte etwas für den Akutfall bereit
Wenn der Kopfschmerz da ist, braucht dein Kind – oder du – vor allem eines: schnelle Entlastung, ohne Überforderung.
Ein Roll-On mit Pfefferminzöl oder die ätherische Ölmischung PastTense kann genau dabei helfen. Die kühlende Wirkung, kombiniert mit gezielten Berührungspunkten an Schläfen, Nacken oder Stirn, sorgt dafür, dass der Schmerz leichter regulierbar wird – körperlich und emotional.
Wichtig ist: Das ersetzt keine Ursachenarbeit.
Aber es kann deinem Kind helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen, wenn der Schmerz sich ankündigt oder bereits da ist – und ist damit ein wertvolles Werkzeug für unterwegs oder zwischendurch.
Stärke das Nervensystem aktiv
Ein überreiztes Nervensystem kann sich nicht „einfach so“ beruhigen. Es braucht gezielte Impulse – von außen. Die Vagus-Grundübung ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Einstieg: Sie hilft dabei, den Parasympathikus zu aktivieren, Spannungen zu lösen und die Regulation wieder in Gang zu bringen.
Ganz ohne Hilfsmittel, in wenigen Minuten durchführbar – und oft mit spürbarem Effekt schon nach zwei Minuten.
📌 Eine genaue Anleitung findest du hier: Vagus-Grundübung zur Stabilisierung des Nervensystems
Schau in deinen Rucksack – und lass ziehen, was nicht mehr zu dir gehört
Kopfschmerzen haben viele Ebenen. Und manchmal tragen Kinder – oder auch wir selbst – Dinge mit uns herum, die längst zu schwer geworden sind: Alte Reaktionen auf Stress, übernommene Gefühle oder Erfahrungen, die im Körper wie ein Alarmsignal abgespeichert sind.
Im Coaching arbeiten wir gezielt daran, solche Belastungen zu lösen – sanft, ohne alles nochmal durchleben zu müssen. Damit das Nervensystem wieder Vertrauen fassen kann. Damit es seine Selbstregulationsfähigkeit wieder nutzen kann. Und damit du (oder dein Kind) ein Leben führen kannst, das nicht mehr vom Schmerz bestimmt wird.
Wenn du dich bewegst, bewegt sich alles – auch deine Kopfschmerzen
Wenn Kinder regelmäßig über Kopfschmerzen klagen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen – auch jenseits von Stress, Bildschirmzeit oder Haltung.
Restaktive frühkindliche Reflexe sind kein exotisches Randthema.
Sie wirken tief – im Körper, im Verhalten, im Nervensystem. Und sie sind trainierbar.
Genauso wie eine gute Nährstoffversorgung, alltagstaugliche Regulation und emotionale Entlastung.
Es geht nicht darum, alles auf einmal zu ändern.
Aber es gibt Wege. – Und du musst sie nicht allein gehen.
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