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Konzentration bei Kindern lässt sich nicht befehlen: meine 10 Lieblingshelfer für den Familienalltag

Junge schreibt konzentriert an einem Tisch mit Buntstiften und Montessori-Material, ein Bild für Konzentration bei Kindern im Alltag.

Es ist kurz nach halb vier. Auf dem Küchentisch liegt das Matheheft, daneben ein angeknabberter Bleistift. Dein Kind sitzt davor, ein Bein wippt auf und ab, sein Blick ist längst nicht mehr auf das Heft vor ihm gerichtet. Stattdessen schaut es aus dem Fenster, beobachtet die Amsel im Garten und wartet darauf, dass ein Eichhörnchen durch die Bäume springt. „Jetzt konzentrier dich doch mal!” liegt dir auf der Zunge, und du schluckst es runter, weil du ahnst, dass genau dieser Satz nichts ändert.

Silke Schwerdtfeger hat auf ihrem Blog zu einer Blogparade aufgerufen und fragt nach unseren besten Konzentrationshelfern im Familienalltag. Da bin ich sofort dabei, denn Konzentration bei Kindern ist eines meiner Herzensthemen. Seit über 20 Jahren arbeite ich mit Kindern, die genau an diesem Küchentisch sitzen, und ich habe im Lauf der Zeit ein paar Helfer gesammelt, die im echten Leben etwas bringen. Nicht in der Theorie, sondern zwischen Hausaufgaben, Abendessen und „Mama, wo ist mein Turnbeutel?”.

Eins vorweg, weil es alles Weitere leichter macht: Konzentration ist keine Frage des Wollens. Sie ist Körperarbeit. Stell dir vor, du sitzt auf einem wackeligen Hocker und sollst gleichzeitig eine knifflige Aufgabe lösen. Ein guter Teil deiner Aufmerksamkeit geht dann fürs Nicht-Umfallen drauf, ganz automatisch, ohne dass du es merkst. Bei manchen Kindern ist genau das der Alltag: Der Körper ist so beschäftigt, sich aufrecht zu halten, Geräusche wegzufiltern und still zu sitzen, dass für das Matheheft kaum noch etwas übrig bleibt. Und da setzen meine zehn Helfer an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konzentrationsprobleme haben nichts mit fehlendem Willen oder Faulheit zu tun. Ob ein Kind sich konzentrieren kann, hängt an seinem Nervensystem und einem stabilen körperlichen Fundament, nicht an gutem Zureden.
  • Bewegung, ein guter Sitzplatz, kurze Pausen und wenig Reizüberflutung helfen dem Kopf, bei der Sache zu bleiben.
  • Auch eine gute Versorgung mit der Omega-3-Fettsäure DHA spielt für die Konzentration eine Rolle.
  • Bleiben die Schwierigkeiten trotz aller Helfer, können restaktive frühkindliche Reflexe die tiefere Ursache sein. Der kostenlose ReflexCheck gibt einen ersten Hinweis.

Erst runterfahren, dann tüfteln

Wenn es an die Hausaufgaben geht, hat dein Kind schon eine ganze Menge Tag hinter sich. Da war die Mathestunde mit Herrn Müller, der es mit einer Multiplikationsaufgabe aus der 6er-Reihe drangenommen hat, und leider kam die erwartete Antwort nicht aus ihm raus. In der Pause auf dem Schulhof hatten die Freunde schon angefangen, Verstecken zu spielen, während es eben noch zur Toilette gegangen ist. Auf dem Schulhof angekommen, waren alle längst versteckt und der Sucher hatte zu zählen begonnen: jetzt noch einsteigen, unmöglich. Und dann im Sport war es beim Laufen um den Sportplatz fast am langsamsten von allen, und der doofe Spruch seines Klassenkameraden hat das auch nicht besser gemacht.

Nach all dem steht es nun in der Küche und soll mit den Hausaufgaben anfangen. Einiges von dem, was seinen Tag bis hierher bestimmt hat, hat es dir vielleicht erzählt, vieles aber womöglich auch nicht. Und trotzdem arbeitet das alles noch in ihm.

Genau deshalb hilft es, zu Beginn der Hausaufgabenzeit eine kleine Übung zu machen, die deinem Kind hilft, das alles einmal abzuschütteln. Ein bisschen wie ein Restart: einmal runterfahren und dann frisch neu hochfahren.

Wenn ein Kind unter Stress steht, helfen Worte oft nicht weiter, aber der Körper ist ein wunderbarer Schlüssel. Ich mag dafür Hook Up, eine einfache Übung aus der Edu-Kinesiologie, die dem Nervensystem hilft, in den Ruhemodus zu schalten. Angesprochen wird dabei der Parasympathikus, der Teil des Nervensystems, der für Ruhe, Erholung und Sicherheit zuständig ist. Das Schöne daran: Die Übung wirkt direkt über den Körper, da, wo gutes Zureden gerade nicht mehr durchdringt. Gerade Kinder, die schnell überdrehen, innerlich erstarren oder sich verzetteln, kommen darüber oft erstaunlich schnell wieder bei sich, und ganz nebenbei bringt Hook Up die beiden Gehirnhälften besser ins Zusammenspiel, die Basis für Konzentration.

Illustration der Hook-Up-Übung aus dem AAIM Reflexintegrationsprogramm der Awesome Academy: Kind steht mit überkreuzten Beinen und verschränkten Händen vor der Brust – eine wirksame Übung zur Stressregulation im Klassenzimmer.

So geht Hook Up, im Stehen oder im Liegen (im Sitzen ist die Übung weniger geeignet):

  1. Dein Kind stellt sich locker aufrecht hin oder legt sich entspannt auf den Rücken, Arme und Beine locker.
  2. Es überkreuzt die Beine.
  3. Dann überkreuzt es die Arme, sodass Arm und Bein derselben Körperseite vorne sind.
  4. Die Hände ineinander verschränken, nach innen drehen und sanft Richtung Brust ziehen.
  5. Wenn es mag, schließt es die Augen.
  6. Wer mag, atmet dabei ruhig und betont lang aus, zum Beispiel mit der 47-11-Atmung. (4 Sekunden durch die Nase einatmen – 7 Sekunden langsam durch den Mund ausatmen – 11mal wiederholen)
  7. Danach die Haltung lösen und alles mit dem anderen Arm und Bein oben wiederholen.

Viele Kinder (und Erwachsene) spüren schon nach wenigen Minuten, wie die Anspannung nachlässt und wieder Klarheit einkehrt. Magst du es mit deinem Kind lieber ganz ruhig im Liegen, ist auch die Vagus-Grundübung eine schöne Alternative, um den Schultag abzuschütteln.

Der Stuhl, der mithält (oder gar kein Stuhl)

Schau einmal auf die Füße deines Kindes, während es am Tisch sitzt. Baumeln sie in der Luft? Dann fehlt dem Körper der feste Stand. Es hat sprichwörtlich keinen Boden unter den Füßen. Sorg dafür, dass die Füße fest stehen und Bodenkontakt haben, notfalls mit einem kleinen Hocker oder einer umgedrehten Kiste als Fußbank. Wenn der Körper sicher sitzt, muss er sich nicht dauernd selbst ausbalancieren, und diese eingesparte Energie landet direkt im Kopf. Bei Kindern, bei denen der STNR (der Reflex, der Kopf-, Arm- und Beinbewegung miteinander koppelt) noch mitmischt, ist genau dieser Halt Gold wert.

Es muss aber nicht immer der Schreibtischstuhl sein. Manche Kinder lernen viel entspannter auf dem Bauch liegend am Boden, das Heft vor sich. Eine schöne Zwischenlösung ist der Berliner Hocker, ein tiefergelegter Schreibtisch, an dem dein Kind auf dem Boden sitzt und trotzdem eine richtige Arbeitsfläche hat. Probiert ruhig aus, in welcher Haltung dein Kind am besten bei der Sache ist.

Kind mit Konzentrationsproblemen beim Schreiben durch restaktive frühkindliche Reflexe
Der Berliner Hocker dient Kindern als bodennaher Tischersatz; er kann tatsächlich noch so viel mehr und ist ganz leicht mit wenig Aufwand als DiY Projekt zuhause selbst baubar.

Wackeln ausdrücklich erlaubt

Das klingt erst einmal verkehrt, ist aber für viele Kinder ein echter Schlüssel. In so einem Kinderkörper steckt oft ein großer Bewegungsdrang, dazu jede Menge Bewegungsinformationen, die raus wollen. Soll ein Kind die ganze Zeit stillhalten, staut sich das alles auf, und ein guter Teil seiner Kraft geht dann fürs Stillsitzen drauf, statt für die Aufgabe da zu sein. Gibst du dem Ganzen dagegen ein kleines Ventil, darf der Körper nebenbei loslassen, was ihn drückt, und der Kopf wird frei.

Genau dafür sind kleine Bewegungshelfer da: ein Gummiband oder Theraband zwischen den vorderen Stuhlbeinen, gegen das dein Kind mit den Füßen treten und wippen kann, ein Igelball in der Hand, ein Kaugummi zum Kauen oder ein kleines Fidget Toy zum Drücken und Drehen. Auch ein Luftkissen auf dem Stuhl kann denselben Zweck erfüllen. Dieses feine Zappeln ist für viele Kinder kein Störfeuer, sondern der Motor, der die Aufmerksamkeit oben hält. Erlaube das Wackeln also lieber in einem guten Rahmen, statt es zu unterbinden.

Ein Duft als Startsignal

Unsere Nase hat eine direkte Leitung ins Gehirn, und das dürfen wir liebevoll nutzen. Ein Duft, den dein Kind immer mit den Hausaufgaben verbindet, wird mit der Zeit zu einem kleinen Startsignal: Es riecht ihn und weiß, jetzt sind wir im Lernmodus. Zu Hause mag ich dafür ein paar Tropfen ätherisches Öl im Diffuser oder auf einem Duftstein, sparsam und kindgerecht dosiert, gern Thinker oder mein Lieblingsöl Citrus Bliss. Für unterwegs, etwa vor einem Test oder einer Prüfung, ist ein kleiner Roll-On in der Federtasche praktisch: einmal an den Handgelenken verrieben, und das vertraute Startsignal ist dabei.

Es geht bei alldem weniger um ein Wundermittel als um den Anker und die angenehme Atmosphäre am Lernplatz. Welche Öle sich beim Lernen bewährt haben und wie du dir einen Roll-On selbst mischst, habe ich dir in diesem Beitrag ausführlich aufgeschrieben.

Baustoff fürs Gehirn: Omega-3

in Gehirn, das konzentriert arbeiten soll, braucht eine gute Grundversorgung: genug zu trinken, regelmäßige Mahlzeiten und Snacks, die nicht nur aus schnellem Zucker bestehen. Und es kommt darauf an, welche Fette dein Kind isst.

Besonders spannend ist dabei die Omega-3-Fettsäure DHA. Sie ist ein wichtiger Baustein der Zellmembranen im Gehirn, also der feinen Hüllen, die unsere Nervenzellen umgeben und über die sie miteinander in Kontakt treten. DHA trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei.*

Der Haken: Selbst herstellen kann der Körper DHA nur in kleinen Mengen, aus der pflanzlichen Alpha-Linolensäure, und diese Umwandlung ist begrenzt. Direkt steckt DHA vor allem in fettreichem Seefisch und in bestimmten Algen. Wer nur selten Fisch auf dem Teller hat, schaut also am besten einmal genauer auf die eigene Versorgung.

Möchtest du eine erste Orientierung, wie es um die Omega-3-Versorgung deines Kindes und um deine eigene stehen könnte? Dann mach unseren kostenlosen Omega-3-Selbsttest. Er ersetzt keine medizinische Diagnose, gibt dir aber Hinweise, welche Gewohnheiten du dir genauer anschauen magst.

Noch genauer wird es mit unserem Awesome Omega Test (AOT). Dabei wird der Omega-3-Status über eine kleine Probe bestimmt, die du bequem zu Hause entnehmen kannst. So hast du einen konkreten Messwert, den du bei Bedarf mit einer Fachperson besprechen kannst.

*Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg DHA ein.

Schaukeln, drehen, balancieren

Der Gleichgewichtssinn ist so etwas wie der Hauptschalter fürs Gehirn. Ist er gut ausgebildet, fällt hinterher vieles leichter. Deshalb ist Zeit auf der Schaukel keine verlorene Zeit, sondern Vorbereitung. Lass dein Kind schaukeln, sich drehen, über eine Bordsteinkante balancieren auf dem Weg zur Schule, auf einem Bein stehen beim Zähneputzen. Das sind winzige Alltagsmomente mit großer Wirkung.

Häppchenweise statt am Stück

Ein Grundschulkind kann sich am Stück nur ein paar Minuten wirklich sammeln, nicht eine ganze Stunde, auch wenn der Wochenplan das gern hätte. Teile die Aufgaben deshalb in kleine Portionen: zehn Minuten arbeiten, dann eine kurze Bewegungspause, weiter geht’s. Ein Timer, den dein Kind selbst stellt, nimmt euch beiden den Kampf ums Durchhalten ab.

In die Pause passt wunderbar eine Überkreuzübung: rechter Ellbogen zum linken Knie, linker Ellbogen zum rechten Knie, im ruhigen Wechsel, wie beim Marschieren auf der Stelle. Bei diesen Überkreuzbewegungen müssen die beiden Gehirnhälften über die Mittellinie hinweg zusammenarbeiten, und genau das ist die Basis fürs Lesen, Schreiben und Rechnen. Eine Minute reicht, danach sitzt es sich wieder frischer. Ein paar Beispiele für solche Übungen habe ich dir hier und hier zusammen gestellt.

Weniger Rummel auf dem Tisch

Ein Nervensystem, das nebenbei den Fernseher, das Spielzeug und die drei anderen Hefte auf dem Tisch wegfiltern muss, hat für die eigentliche Aufgabe kaum noch Kraft. Räum also alles weg, was gerade nicht gebraucht wird, und schaff eine ruhige Ecke. Nur das Heft, das dran ist, liegt auf dem Tisch. Diese äußere Ordnung überträgt sich erstaunlich schnell nach innen.

Musik, die das Gehirn einlädt

Unser Gehirn kann immer nur einen Zustand zur Zeit: abgelenkt oder konzentriert, beides zugleich geht nicht. Genau hier setzt Alpha-Wellen-Musik an: Sie bringt den Kopf in einen Zustand zwischen wach und entspannt, den Bereich, in dem Lernen am leichtesten fällt.

Alphawellen stehen für einen Zustand zwischen Entspannung und Aufmerksamkeit. Die gleichmäßigen, ruhigen Klänge der passenden Musik können dem Nervensystem helfen, herunterzufahren, äußere Reize weniger stark zu gewichten und dadurch leichter bei einer Aufgabe zu bleiben. Besonders bei Hausaufgaben, Lesen oder ruhigen Beschäftigungen kann sie eine angenehme Konzentrationsatmosphäre schaffen. Wie stark das wirkt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, also probier mit deinem Kind in Ruhe aus, ob es ihm guttut.

Schlaf und Draußenzeit, die unsichtbaren Riesen

Der wichtigste Konzentrationshelfer sieht am wenigsten nach Lernen aus. Konzentration wächst nämlich nachts im Schlaf und draußen an der frischen Luft, lange bevor das erste Heft aufgeschlagen wird. Genug Schlaf, viel Tageslicht, tobende Bewegung im Freien: Das ist das Fundament, auf dem die anderen neun Helfer überhaupt erst tragen. Ein müdes, überreiztes Kind kann sich nicht konzentrieren, und das ist keine Frage von Disziplin.

Wenn trotzdem der Wurm drin bleibt

Vielleicht hast du vieles davon längst probiert, und dein Kind kämpft weiter. Dann bist du keine schlechte Mama und dein Kind ist nicht faul, das möchte ich dir mit ganzem Herzen sagen. Manchmal sitzt der Wackelhocker nämlich eine Etage tiefer, im Nervensystem selbst.

In den ersten Lebensmonaten steuern frühkindliche Reflexe die Bewegungen eines Babys, ganz automatisch. Normalerweise treten sie mit der Zeit in den Hintergrund, sobald das Gehirn die Steuerung übernimmt. Bleiben sie aktiv, arbeiten sie im Alltag leise weiter und binden Kraft. Der Moro-Reflex, das eingebaute Alarmsystem, hält ein Kind in ständiger Hab-Acht-Stellung, sodass jedes Geräusch im Klassenzimmer sofort ablenkt. Ein aktiver STNR macht ruhiges Sitzen am Tisch zur Daueraufgabe, weil Ober- und Unterkörper sich immer wieder mitbewegen wollen. Und ein ATNR lässt die Schreibhand stocken, sobald sich der Kopf dreht. Jeder dieser Stolpersteine kostet Tag für Tag Energie und Aufmerksamkeit, die dann beim Lernen fehlen.

Das erklärt auch, warum die zehn Helfer oben so gut tun und manchmal doch nicht ausreichen. Sie schaffen Entlastung, aber wenn das Fundament wackelt, lohnt es sich, genau dort anzusetzen. Nichts anderes macht die Reflexintegration: Sie holt diese frühen Bewegungsmuster nach und schafft einen ruhigeren Untergrund, auf dem Konzentration von allein leichter fällt.

Ob das bei deinem Kind eine Rolle spielt, kannst du mit dem kostenlosen ReflexCheck einmal in Ruhe für dich einschätzen. Er ersetzt keine ärztliche Abklärung, aber er ist ein guter erster Hinweisgeber. Und die gute Nachricht: An diesen Stolpersteinen lässt sich arbeiten.

Und vielleicht sitzt dein Kind schon bald wieder am Küchentisch, das Bein wippt, draußen hüpft die Amsel durchs Gras, aber diesmal findet der Blick zurück ins Heft. Probier in Ruhe aus, welcher dieser Helfer bei euch zum heimlichen Star wird. Ich wünsche euch Hausaufgaben, bei denen wieder mehr Leichtigkeit am Tisch sitzt.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Meine 10 besten Konzentrationshelfer im Familienalltag” von Silke Schwerdtfeger. Hier geht es zu ihrem Aufruf.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter helfen diese Konzentrationshelfer?
Die meisten Helfer passen ab dem Vorschul- und Grundschulalter und lassen sich bis ins Erwachsenenalter nutzen. Wichtiger als das genaue Alter ist, dass sie kindgerecht, spielerisch und regelmäßig in den Alltag eingebaut werden. Fang mit ein oder zwei Ideen an, statt alle auf einmal umzusetzen.
Wie schnell zeigt sich eine Wirkung?
Manche Helfer wirken sofort, etwa eine Bewegungspause oder die Hook-Up-Übung, nach der sich ein Kind spürbar leichter hinsetzt. Andere, wie eine gute Omega-3-Versorgung oder das Arbeiten an restaktiven Reflexen, brauchen Wochen bis Monate. Gib deinem Kind und dir diese Zeit, ganz ohne Druck.
Was mache ich falsch, wenn mein Kind sich nicht konzentrieren kann?
Sehr wahrscheinlich machst du gar nichts falsch, und schuld ist hier niemand. Wenn ein Kind sich nicht konzentrieren kann, steckt fast nie fehlender Wille oder schlechte Erziehung dahinter, sondern ein körperlicher Grund: ein aufgedrehtes Nervensystem, ein wackeliges Fundament, manchmal restaktive frühkindliche Reflexe. Das ist eine gute Nachricht, denn an einer Ursache kannst du ansetzen, an einem Schuldgefühl nicht. Sei liebevoll mit dir und deinem Kind, ihr seid ein Team.
Was kann ich tun, wenn sich mein Kind trotz aller Tipps nicht konzentrieren kann?
Wenn die Schwierigkeiten bleiben, lohnt der Blick eine Etage tiefer. Oft liegt die Ursache in restaktiven frühkindlichen Reflexen, die im Hintergrund ständig Kraft binden. Mit dem kostenlosen ReflexCheck kannst du in wenigen Minuten einschätzen, ob das bei deinem Kind eine Rolle spielt. Er ersetzt keine ärztliche Abklärung.
Können Konzentrationsprobleme mit frühkindlichen Reflexen zusammenhängen?
Ja, das ist häufiger, als viele denken. Reflexe wie Moro, STNR und ATNR sollten in den ersten Lebensjahren in den Hintergrund treten. Bleiben sie aktiv, kosten sie im Alltag ständig Aufmerksamkeit, die dann beim Lernen fehlt. Die Reflexintegration setzt genau an dieser körperlichen Basis an.
Hilft Omega-3 bei der Konzentration von Kindern?
Die Omega-3-Fettsäure DHA ist ein wichtiger Baustein der Zellmembranen im Gehirn und trägt zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei. Da der Körper DHA kaum selbst bildet, muss sie über die Nahrung kommen, vor allem über fetten Seefisch oder Algen. Wie es um die Versorgung deines Kindes steht, zeigt dir eine erste Orientierung über unseren Omega-3-Selbsttest.

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Portrait von Claudia Hannemann

Über die Autorin

Claudia Hannemann begleitet seit mehr als zwei Jahrzehnten Kinder, Eltern und Pädagogen. Sie gründete Montessori-Kinderhäuser und eine Grundschule und bildet heute Fachkräfte in Reflexintegration aus. Ihr Ansatz verbindet neurowissenschaftliches Wissen mit pädagogischer Erfahrung. Im Reflexopedia schreibt sie über Lernen, ADHS und mentale Gesundheit.

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AAIM steht für die besondere Art und Weise, wie wir Reflexintegration lehren – fundiert, praxisnah und ganzheitlich. Es vereint wissenschaftliche Erkenntnisse mit jahrzehntelanger Erfahrung und innovativen Lehrmethoden. Die AAIM-Zertifizierung ist ein Qualitätssiegel für alle, die Reflexintegration auf höchstem Niveau anwenden und vermitteln möchten.